Anfangs dreht es sich in “The Vampire Diaries” um eine ziemlich uninspirierte Dreiecksgeschichte mit einer High-School-Schülerin, in die sich zwei Vampir-Brüder verlieben und dem daraus entstehenden Konflikt. Nachdem aber in den ersten Folgen der ersten Staffel die Charaktere eingeführt und das Fundament für die Handlung gelegt worden sind, entwickelt sich “The Vampire Diaries” zu einer temporeichen, unterhaltsamen Mystery-Serie.

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Elena heißt das Objekt der Begierde und die junge Dame wird begehrt von den Gebrüdern Salvatore. Zunächst schenkt Elena (Nina Dobrev) ihr Herz Stefan (Paul Wesley), dem “guten” Bruder, der allerdings bald Konkurrenz bekommt von Damon (Ian Somerhalder), dem, wie der Name schon sagt, dämonischen Salvatore. Zunächst eine belanglose Teenie-Serie, bei der hübsche Mittzwanziger als Schüler durchgehen sollen, nimmt “The Vampire Diaries” nach den ersten 6, 7 Folgen rasant an Fahrt auf. Mit der Zeit rückt das Highschool-Drama und mit Abstrichen auch die Liebesgeschichte in den Hintergrund und die Serie legt ihren Fokus mehr auf die übernatürlichen Geschöpfe und deren Mythologie. Denn neben Vampiren treiben auch noch Hexen und Werwölfe ihr Unwesen in Mystic Falls und im Laufe der Folgen übergreifenden Handlung werden deren Historie und Verbindungen auf überraschende, aber (fast) immer nachvollziehbare Weise aufgedröselt.

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Selbst der Enkel von Steve McQueen hat nichts zu lachen

Basierend auf einer Buchserie von L. J. Smith, die Anfang der Neunziger Jahre erschien, zeichnet sich Kevin Williamson, der Autor der ersten beiden “Scream”- Filme sowie der einst populären Teenager-Serie “Dawson’s Creek” mit Katie Holmes und Michelle Williams, die für ihre ausufernden Dialoge bekannt war, für die Drehbücher der Serie verantwortlich. Und er leistet mit seinem Team ganze Arbeit. Spannende Geschichten mit überraschenden Wendungen, erzählt in einem unglaublich hohen Erzähltempo, machen “The Vampire Diaries” aus. Den Stoff, den die Autoren in ein paar Folgen packen, reicht in anderen Serien locker für mindestens eine ganze Staffel und dabei wird auch das Risiko eingegangen, beliebte Charaktere kurzerhand aus der Serie zu schreiben.

Wenn die Geschwindigkeit aus der Story herausgenommen wird, macht sich bemerkbar, dass die Charakterzeichnung zu wünschen übrig lässt, einige Details einer strengen logischen Überprüfung nicht standhalten und der Serie ein paar Ecken und Kanten fehlen. Aber die sich überschlagenden Ereignisse lenken leicht von den Mängeln ab, zumal die Handlung nicht aus dem Ruder gerät und in sich stimmig bleibt. “The Vampire Diaries” startet zwar als dröge Vampirschnulze, hat aber eine Chance verdient und erzeugt schnell hohes Suchtpotenzial.

Die vierte Staffel von “The Vampire Diaries” läuft ab dem 7. März 2013 auf sixx.

Fotos © The CW