Zwei sehr unterschiedliche Brüder befreien in “Supernatural” die Erde von allem Bösen, was auf der Erde kreucht und fleucht. Leider sind die Jungs nur für die inhumanen Formen des Bösen zuständig, wie Dämonen oder Monster und eben alles, was übersinnlich ist.

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Ausgangspunkt der Geschichte war der Tod der Mutter der beiden Brüder Sam (Jared Padalecki) und Dean (Jensen Ackles) Winchester durch einen Dämon, der ihren Vater (Jeffrey Dean Morgan) dazu brachte, sich auf die Jagd nach dem Ungeheuer zu machen und seine Söhne als Jäger des Übernatürlichen aufzuziehen. Die ungewöhnliche Kindheit ist Ursache für den Konflikt zwischen den beiden Brüdern, bei denen Sam, der Jüngere, den nachdenklichen, intellektuellen Part gibt, der das Familienerbe in Frage stellt und dagegen rebelliert, während Dean von klein auf dazu erzogen wurde, die Befehle seines Vaters ohne Widerspruch entgegenzunehmen, wie ein tapferer Soldat auszuführen und dabei die Verantwortung für seinen Bruder zu übernehmen.

Die Serie an sich startet, nachdem sich Sam nach einem Streit mit seinem Vater von der Familie getrennt hat und aufs College gegangen ist. Dort wird er von Dean aufgesucht und um Hilfe bei einem Fall gebeten, letztlich nimmt er das “Familiengeschäft” aber erst wieder vollständig auf, als seine Freundin von demselben Dämon getötet wird, der seine Mutter umgebracht hat. Was folgt, ist ein Roadtrip mit zwei Brüdern und Monstern. Sam und Dean reisen kreuz und quer durch die USA zu Orten, an denen sich seltsame Dinge ereignet haben und dabei treffen sie auf mehr oder weniger bekannte Monster und mythische Gestalten. “Supernatural” lässt nichts aus, was die globale Mythologie hergibt. Von Bloody Mary bis Wendigo, von Göttern, die an Macht und Einfluss verloren haben, weil keiner mehr an sie glaubt, bis hin zu gefallenen Engeln, ganz zu schweigen von den üblichen Verdächtigen wie Geister, Vampire, Werwölfe und Zombies, die Brüder räumen alles aus dem Weg, was die Menschheit bedroht und schicken es dorthin zurück, wo es hingehört.

Neben den “Monster der Woche”-Folgen wird kontinuierlich die übergreifende Handlung vorangetrieben. Ursprünglich für fünf Staffeln konzipiert, hat zwar jede Staffel ihren eigenen Handlungsbogen, lief aber letzten Endes immer auf das Finale der fünften Staffel hinaus, als Sam gemeinsam mit Luzifer und dem Erzengel Michael in einem Abgrund verschwand, der sich hinter ihnen schloss. Da nicht davon auszugehen ist, dass sich die Serie in Zukunft damit beschäftigt, Dean beim trauten Familienleben zu zeigen, während Sam in der Hölle schmort, kann damit gerechnet werden, dass Sam bald wieder auftaucht. Bisher hat sich die Serie immer mit komplexen Charakteren, spannenden Geschichten und dramatischen Entwicklungen hervorgetan.

Trotz der düsteren Stimmung mangelt es bei “Supernatural” nicht an Humor. Witzige Sprüche, ordentlich Situationskomik und ganze Episoden, die für einen Comedy-Preis nominiert werden könnten. Mit Selbstironie wird dabei auch ansatzweise die “vierte Wand” durchbrochen und die treue, zum Teil aber auch rabiate Anhängerschaft der Serie mit einbezogen. So stoßen die Brüder auf eine Reihe von Schundromanen, in denen detailliert ihre Abenteuer beschrieben werden, sie landen auf einer Convention, die anlässlich der “Supernatural”-Serie abgehalten wird, und werden einmal sogar in ein Paralleluniversum geschleudert, in dem sie sich als die Schauspieler Jared Padalecki und Jensen Ackles wieder finden, die die weitestgehend talentfreien und nicht ganz hellen Hauptdarsteller einer leidlich erfolgreichen Serie namens “Supernatural” sind. Vor allem Jensen Ackles zeigt dabei ausgeprägtes komödiantisches Talent.

Leider wird die Serie vom deutschen Fernsehen sehr stiefmütterlich behandelt. Ab dem 12. Juli 2013, einen Tag nach Start der Dreharbeiten für die 9. Staffel in Vancouver, zeigt Pro7 endlich die 6. Staffel, im Anschluss folgt die 7. Staffel.

Photos © CW

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