Im Mittelpunkt von “How I met your mother” stehen fünf leicht neurotische Endzwanziger in New York, die erstaunlich viel Zeit haben, gemeinsam abzuhängen und über sich selbst zu reden, vorzugsweise über ihr Liebesleben. Die Serie steht ganz in der Tradition von “Friends” und “Seinfeld”, allerdings mit einem ungewöhnlichem Gimmick: Für eine Sitcom neu und ambitioniert ist die Erzählstruktur von “How I met your mother” mit Rückblenden und Flashbacks als “umgekehrte Liebesgeschichte”.

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Im Jahr 2030 erzählt Ted Mosby (Josh Radnor) seinen Kindern, ein Mädchen und ein Junge im Teenageralter, wie er ihre Mutter kennengelernt hat. Dafür blickt er zurück in die Zeit, in der er sich mit seinem Studienkollegen Marshall Eriksen (Jason Segel) und dessen Freundin Lily Aldrin (Alyson Hannigan) eine Wohnung in New York teilt. Als sich Marshall und Lily verloben, realisiert Ted, dass er endlich seine Frau fürs Leben finden will.

Wie in jeder guten Sitcom gibt es einen Ort, an dem sich die Clique trifft. Bei “Friends” war es ein Café, bei “How I met your mother” ist es das “McLaren’s”, eine Bar, die sich in dem Wohngebäude von Ted, Marshall und Lily befindet. Dort lernt Ted Robin Scherbatsky (Cobie Smulders) kennen, in die er sich auf der Stelle verknallt. Romantiker Ted vermasselt die Sache mit vorschnellen Liebeserklärungen, aber Robin bleibt Teil der Clique. Zu der gehört auch der chauvinistische Anzugträger Barney Stinson (Nigel Patrick Harris), der viel Zeit darauf verwendet, sich neue Strategien auszudenken, um Frauen aufzureißen.

Das “How I met your mother” so gut funktioniert, liegt an den witzigen Dialogen und dem guten Timing, vor allem aber an der Besetzung und der Chemie der Darsteller untereinander. Insbesondere Nigel Patrick Harris gelingt es, aus dem an sich unsympathischen und eindimensionalen Charakter Barney Stinson einen liebenswerten Womanizer zu machen, dessen Sprüche mittlerweile Kultcharakter haben.

Während Nigel Patrick Harris in seinen Szenen die Gags abfeuert, platziert Jason Segel seine Einzeiler trocken und auf den Punkt. Josh Radnor und vor allem Alyson Hannigan könnten in der Mimik allerdings etwas mehr Zurückhaltung vertragen.

Aber “How I met your mother” gleitet nie ins Alberne ab und selbst wenn manche Geschichten leicht abgedreht sind, die Sprüche, die Situationskomik und die running Gags zünden immer.

HOW I MET YOUR MOTHER_Bar

Im McLaren’s

Durch die Zeitsprünge und Schauplatzwechsel ist “How I met your mother” aufwendiger als die meisten anderen Sitcoms gedreht und wird daher nicht vor Publikum aufgezeichnet. Womit auch der übliche “laughing track” wegfiele, wenn nicht jemand auf die glorreiche Idee gekommen wäre, die fertigen Episoden vor Publikum zu zeigen, um deren Lachen aufzunehmen und mitzusenden. Eine blödsinnige Entscheidung. Zum einen hat es “How I met your mother” nicht nötig, künstlich zum Lachen zu animieren. Zum anderen sollte man dem Fernsehzuschauer soviel Hirn zutrauen, die Gags von alleine zu verstehen.

Die aktuell in den USA laufende achte Staffel wird voraussichtlich die letzte Staffel sein, auch wenn eine weitere Verlängerung noch nicht ganz ausgeschlossen ist.

“How I met your mother” bietet immer noch leicht verdaulichen Humor, lässt aber seit einiger Zeit eine Weiterentwicklung vermissen. Die Charaktere drehen sich nur noch um sich selbst, Storylines wiederholen sich. Teds Suche nach der Frau fürs Leben sollte langsam ein Ende finden. Mit Spannung wird von den Fans erwartet, wer es denn sein wird.

Am 26. März 2014 startet Pro 7 mit der Ausstrahlung der neunten Staffel.

Fotos © Fox Television

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