“Ich bin der Doktor!” “Doktor wer?” – so in etwa läuft es ab, wenn sich Doctor Who irgendwo vorstellt. Dabei kennt ihn zumindest in Großbritannien jedes Kind, weltweit ist sein Bekanntheitsgrad höher denn je und der Doktor hat sich zu einem echten Kultcharakter entwickelt. Die Serie über die Abenteuer des Zeitreisenden wurde zum ersten Mal am 23. November 1963 ausgestrahlt und feiert somit ihr 50. Jubiläum. DoctorWhoIn einem Satz lässt sich “Doctor Who” als Science-Fiction mit reichlich Steampunk zusammenfassen. Der Doktor ist ein Außerirdischer, ein sogenannter Time Lord, der (angeblich) letzte seiner Art. Mit seiner Zeitmaschine, der TARDIS (Time and Relative Dimensions in Space), reist er durch Raum und Zeit und rettet Planeten, Spezies, manchmal auch das ganze Universum oder sogar die Zeit selbst. Er reist nicht gerne allein und sucht sich wechselnde Begleitung, vorzugsweise hübsch und weiblich, die er mit seiner TARDIS beeindrucken kann, die optisch einer altmodischen Londoner Polizeinotrufzelle gleicht, aber innen deutlich größer ist als sie von außen aussieht. Neben Mut, Witz und Cleverness werden die schwierigsten Situationen mit Hightech-Geräten gelöst, die aussehen, als hätte es sie schon zu viktorianischen Zeiten gegeben. Insbesondere der Schraubenzieher des Doktors erweist sich als äußerst nützlich, wenn die Welt mal wieder vor der Zerstörung bewahrt werden muss und wenn es gegen Gegner wie die Daleks oder die Cybermen geht.

Manchmal erwischt es bei diesen Schlachten auch den an sich unsterblichen Doctor Who. Der Doktor regeneriert dann in eine neue Form, zwar mit denselben Erinnerungen, dem Wissen und der Mission, aber mit anderem Aussehen, anderem Auftreten, anderen Charakterzügen und natürlich anderem Schauspieler. Alle paar Jahre erhält der Doktor ein neues Gesicht und eine neue Begleitung, was den Produzenten die Gelegenheit gibt, die Serie neu zu justieren und frisch zu halten, ohne allzu viel Vertrautes über Bord werfen zu müssen. Jede Reinkarnation des Doktors erlebt weiterhin Abenteuer in der Zukunft und in der Vergangenheit und verfügt dabei über eine gewisse Exzentrik, auch wenn die sich unterschiedlich ausprägt.

“Doctor Who” lebt unter anderem von dem verschrobenen Charme, der den Briten zugeschrieben wird, ebenso wie von dem typischen Humor, etwa wenn das Opfer einer Vergiftung durch Außerirdische mit extrastarkem Tee aus einer Kanne mit Charles & Di – Motiv erfolgreich verarztet wird. Im Laufe der Jahre hat sich “Doctor Who” von einer Kindersendung zu einer Familiensendung entwickelt, mit einer eingefleischten Anhängerschaft, den “Whovians”. Die BBC trägt dem Rechnung und erfreut alle Whovians – und die, die es werden wollen – am Jahrestag mit dem Special “The Day of the Doctor”, das neben der Erstausstrahlung im britischen Fernsehen zeitgleich in Kinos von 75 Ländern weltweit gezeigt wird, darunter auch in deutschen Kinos.

Foto © BBC

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