Ein Geist, ein Werwolf und ein Vampir wohnen zusammen in einer WG – was sich anhört, wie der Anfang eines schlechten Witzes, ist der Plot einer gar nicht schlechten britischen Serie. Sogar so gut, dass sie der US-Sender SyFy dem amerikanischen Publikum nicht vorenthalten wollte und eine Neuauflage in Auftrag gab. Die erste Staffel der US-Version von “Human Being” läuft in Deutschland ab dem 16. August 2012 immer donnerstags um 21 Uhr auf Sixx.Being Human

Auch wenn die Grundidee dieselbe ist, im Handlungsverlauf der weiteren Staffeln (bei der britischen Edition ist die 5. Staffel genehmigt worden, bei der amerikanischen die dritte) unterscheiden sich die beiden Ausgaben der Serie, so dass sie durchaus nebeneinander eine Existenzberechtigung haben.

Die US-Version von “Being Human” spielt in Boston, wo der Vampir Aidan (Sam Witwer) und der Werwolf Josh (Sam Huntington) gemeinsam in einem Krankenhaus arbeiten. Beide wollen Teil der menschlichen Gesellschaft sein und ein normales Leben führen, aber beide wissen auch, dass sie anders sind als alle anderen und so freunden sich die beiden Außenseiter miteinander an. Auch wenn sie in ihrer jeweiligen Andersartigkeit gegensätzlicher nicht sein könnten, unterstützen sie sich gegenseitig und helfen sich dabei, ihre Probleme zu verbergen. Es liegt nahe, zusammen zu wohnen und sie finden ein kleines Haus, dass ideal wäre, wenn nicht kurz nach Einzug die Lichter flackern und eine Gestalt an der Küchentür vorbeihuschen würde. Es ist Sally (Meaghan Rath), der Geist, und die beiden Übernatürlichen sind die ersten, die Sally sehen und mit ihr sprechen können. So verschieden die Charaktere sind, so unterschiedlich sind auch ihre Probleme:

– Sally, vor sechs Monaten bei einem Unfall in dem Haus gestorben, hat schwer zu kämpfen damit, dass sie und ihre Zukunftspläne schon Geschichte sind, während für ihre Freunde und Familie das Leben weiter geht. Nach und nach entdeckt sie ihre neuen Kräfte, trifft andere Geister und erfährt, dass jeder Geist seine eigene Tür zum Jenseits hat. Die Spirituelle sucht also den Weg zur Erlösung.

– Aidan hat mit seinen 259 Jahren nicht nur die meiste Lebenserfahrung, sondern muss auch ständig das Verlangen nach dem nächsten Blutrausch unterdrücken. Ein weiteres Problem sind für ihn die anderen Vampire, die ein extrem mächtiges und einflussreiches Netzwerk aufgebaut haben und von denen sich Aidan zu emanzipieren versucht. Sein “Erschaffer” Bishop (Mark Pellegrino) übt jede Menge Druck aus, um den verlorenen Sohn wieder zurück in den Schoß der “Familie” holen. Zudem gefällt ihm sein Umgang mit Werwölfen nicht.

– Josh kann – von einer Vollmondnacht im Monat abgesehen – das “normalste” Leben führen, aber die Abscheu vor dem Monster in ihm und den Taten, zu denen es fähig ist, belastet ihn fortdauernd und hindert ihn daran, Beziehungen zu anderen Menschen einzugehen. Der Zuschauer bekommt erst in späteren Folgen von “Human Being” das Ergebnis der Verwandlung zu sehen, die er regelmäßig vollzieht, so dass der harmlose, friedfertige Josh im Vordergrund steht und der Kontrast zu dem wilden Monster umso stärker ist.

Being Human

Menschlich zu sein ist schwerer als man denkt

Während die Storylines um den Vampir und den Werwolf nicht viel bieten, was nicht schon in anderen Vampir- und Werwolf-Stories aufgegriffen wurde, sind die Spukgeschichten aus der Sicht des Geistes eine interessante Perspektive.

Vor allem lebt “Human Being” von den sympathischen Hauptcharakteren, die perfekt besetzt worden sind. Die drei haben oft ihre eigenen Storylines, aber besonderen Charme entfaltet die Serie, wenn die Hauptdarsteller zusammen agieren, weil da die Chemie einfach stimmt.

Insgesamt ist “Human Being” zwar nicht die innovativste Serie, aber eine, bei der man gerne dran bleibt und mit den Charakteren mitfiebert.

Die zweite Staffel von “Being Human” läuft ab dem 1. August 2013 immer donnerstags um 20.15 Uhr auf Sixx.

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