Caroline Channing (Beth Behrs) ist die Tochter eines Ex-Milliardärs, der im Bernie Madoff-Stil sein Vermögen auf einem betrügerischen Schneeballsystem aufgebaut und im Zuge der Finanzkrise komplett verloren hat. Caroline muss nun zusehen, über die Runden zu kommen und heuert als Kellnerin in einem Diner in Brooklyn an, das zwar nahe an Manhattan ist, aber von Schickimicki-Level her so weit von ihren ehemaligen Freunden entfernt ist wie die Erde vom Mond. In dem Diner arbeitet schon Max Black (Kat Dennings), Unterschichten-Kellnerin, Cupcake-Bäckerin und Babysitterin, die ihr mangelndes Selbstvertrauen mit einer großen Klappe überspielt. Zwei Welten treffen aufeinander.

2 Broke Girls

Bald stellt sich heraus, dass Max unter der aggressiven Oberfläche ein großes Herz besitzt und Caroline offenbart, dass sie den Geschäftssinn ihres Vaters geerbt hat. Max nimmt Caroline unter ihre Fittiche und Caroline hat die Idee, zusammen einen Cupcake-Laden aufzumachen. Allerdings fehlt das Einstiegskapital und die “2 Broke Girls” versuchen, eine viertel Million Dollar zusammen zu bekommen. Am Ende jeder Folge wird eingeblendet, wie hoch die bisher erreichte Summe ist.

Die Show hat durchaus ihre witzigen Momente – vor allem wenn man das Hirn ausschaltet und sich berieseln lässt. Tiefgründigkeit ist nicht zu erwarten, “2 Broke Girls” hält sich an so vielen Stereotypen fest, dass sich der Zuschauer bequem in ein einfaches Denkschema zurück fallen lassen kann. Von Roseanne-Kopie und Paris Hilton-Verschnitt mal abgesehen, die Nebenfiguren bieten ein Sammelsurium an schablonenhaften Charakteren. Garrett Morris ist der süße schwarze Opi, der im Diner als Kassierer arbeitet und nebenbei seine Saxophon-CDs verkauft, Matthew Moy ist der übereifrige, ehrgeizige asiatische Geschäftsführer mit dem lustigen Akzent und dann sind da noch die ganzen Osteuropäer. Die nymphomane kellnernde Vorgängerin von Caroline, der schmierige, sexbesessene russische Koch Oleg (Jonathan Kite) und die polnische Nachbarin Sophie Kachinsky (Jennifer Coolidge) mit Puffmutter-Attitüde. Wenn Mrs. Kachinsky das amerikanische Krankenhaus bewundert (“Hier funktioniert ja sogar das Licht!”) deutet sich eine gewisse unangebrachte Überheblichkeit gegenüber dem ehemaligen Klassenfeind an.

2 Broke Girls

Eine Welt voller Klischees

Den einen stört’s, den anderen nicht, wer darüber (und über die Lachkonserven) hinwegsehen kann, wird mit “2 Broke Girls” eine knappe halbe Stunde lang seicht unterhalten. Schön kuschelig kann man den beiden zusehen, wie sie versuchen, auf einen grünen Zweig zu kommen. Die Serie lebt von zotigem Wortwitz – es bleibt abzuwarten, wie viel davon in der Übersetzung übrig bleibt – aber die schnippischen Sprüche von Max, die Caroline das Überleben im rauen Brooklyn beibringt, sind für den einen oder anderen Lacher gut. Am besten ist “2 Broke Girls”, wenn sich die Situation umdreht und Max Caroline in ihrem natürlichen Lebensraum, den hochpreisigen Geschäften und Restaurants von Manhattan, erlebt.

Edit: Ab dem 27. August 2013 läuft die 2. Staffel  “2 Broke Girls” auf Pro 7.

Update: Die DVD mit der ersten Staffel erscheint am 30. November 2012.

Fotos © CBS

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