Jacky Bonnot ist ein ambitionierter Koch. Etwas zu ambitioniert für die Bistros, aus denen er regelmäßig rausfliegt, weil er Gästen den Teller unter der Nase wegzieht, die den falschen Wein zu ihrem Essen wählen oder weil er die Fernfahrer in der Raststätte mit Mousse vom Butternutkürbis verwöhnen will. Weil seine schwangere Freundin auf finanzielle Sicherheit drängt, nimmt Jacky einen Job als Maler an. Dabei lernt er Alexandre Lagarde kennen, Drei-Sterne-Koch und Jackys großes Vorbild. Allerdings hat dieser mit eigenen Problemen zu kämpfen, denn sein Geschäftspartner Stanislas ist gerade dabei, ihn auszubooten, um aus seinem Restaurant einen Tempel der Molekularküche zu machen. Alexandre ist mit seinem geschäftlichen Erfolg und dem damit einhergehenden Druck die Kreativität und der Spaß am Kochen abhanden gekommen und sucht nun krampfhaft nach Inspiration, um seinen guten Ruf wieder herzustellen. Gemeinsam mit Jackie zieht er in den Kampf zur Verteidigung der traditionellen französischen Küche.

Amüsant ist diese sympathische französische Komödie allemal, allein Raubein Jean Reno als eitler, leicht cholerischer Spitzenkoch ist schon sehenswert, ebenso der französische Komiker Michaël Youn als neurotischer Auberginenflüsterer Jacky.

Kochen ist Chefsache Film

Auch wenn “Kochen ist Chefsache” kein neues, revolutionäres Rezept für die leichte Komödie erfunden hat, ist es doch sehr unterhaltsam, wie Alexandre und Jacky versuchen, die Geheimnisse der Molekulargastronomie zu ergründen. Dazu heuern sie einen spanischen Spezialisten der Molekularküche an (eine Parodie auf deren bekanntesten internationalen Vertreter, den spanischen Koch Ferran Adrià?), der Alexandres Küche in ein Chemielabor verwandelt. Ein anderes Mal verkleiden sich die beiden als japanischer Kulturattaché und dessen Frau, um sich in der Höhle des Löwen selbst ein Bild vom neuesten Gastronomietrend zu machen, eine Szene, die an den Klassiker „Brust oder Keule“ mit Louis de Funès erinnert.

Die Überzeichnung der nationalen Stereotypen ist manchmal etwas grenzwertig und der schablonenhafte Bösewicht Stanislas hätte etwas diffiziler ausgestaltet werden können, denn wirklich nachvollziehbar sind seine Beweggründe nicht, schließlich sabotiert er sich als Lagardes Geschäftspartner mit seinem geschäftsschädigenden Verhalten auch selbst, aber davon abgesehen, ist an dem Film technisch nichts auszusetzen.

Sicher ist “Kochen ist Chefsache” kein Film, der zutiefst beeindruckt, aber er ist ein netter Film für einen netten Abend, nach dem man auch mal nett essen gehen kann.

 

Foto: © Senator Film Verleih GmbH

 

 

 

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