Grauenhaftes hat sich zugetragen im “House at the End of the Street”, in dem die 13jährige Carrie Ann eines Nachts ihre Eltern brutal ermordet hat. Das erfährt Elissa (Jennifer Lawrence) aber erst nach dem Einzug mit ihrer Mutter Sarah (Elizabeth Shue) ins Nachbarhaus. Sie entdecken, dass in dem Gruselhaus immer noch der Sohn der Familie, Ryan (Max Thieriot) wohnt, der in der Mordnacht angeblich nicht zu Hause gewesen ist. Elissa entwickelt ein Interesse an dem zurückhaltenden Eigenbrötler und freundet sich mit ihm an, stellt aber bald fest, dass der Alptraum in dem Haus noch nicht vorüber ist. House-at-the-end-of-the-street-bannerNach einer Rückblende zur Mordnacht startet “House at the End of the Street” mit der Darstellung der Beziehung zwischen Mutter und Tochter und ihrer Eingewöhnung in die neue Nachbarschaft. Sarah, ehemalige High School-Schlampe, die ihre aus gescheiterter Ehe, Teenager-Tochter-Erziehung und zeitintensivem Job resultierende Überforderung mit Hilfe von übermäßigem Alkoholkonsum versucht in den Griff zu kriegen, will mit dem Umzug in das abgelegene Haus am Waldrand einen Neuanfang starten. Derweil muss sich Elissa nach der Großstadt Chicago in der piefigen Kleinstadt zurechtfinden und entdeckt auf der Suche nach neuen Freunden ihr Herz für den Außenseiter Ryan.

Genauso halbherzig, wie “House at the End of the Street” zunächst als Familiendrama mit etwas Teenie-Romanze und “Coming of Age”-Elementen beginnt, versucht sich der Film dann als Psychothriller und Horrorfilm. Nur langsam kommt die Story ins Rollen, die Schreckmomente bestehen in erster Linie aus plötzlichem Anschwellen der Musik. Entscheidende Bestandteile der Handlung entwickeln sich nicht, sondern tauchen plötzlich und ohne Ankündigung auf und wirken dadurch völlig an den Haaren herbeigezogen.

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Mörderjagd im Tanktop

So stellt sich die Frage, wieso alle überrascht sind, dass in dem Haus noch jemand wohnt oder woher die übermäßige Gewalt kommt, die Ryan entgegenschlägt, als er eine Veranstaltung in der Stadt besucht. Oder die postfinale Szene, die mehr Fragen aufwirft, als überhaupt gestellt worden sind. Viele Dinge kommen völlig aus dem Nichts und machen die Story an vielen Stellen aufgesetzt, unbeholfen und nicht nachvollziehbar. Die Dialoge passen auf etwa zwei DIN A 4-Seiten. Einzig die Hide-and-seek-Szene am Ende sorgt für etwas Spannung, ist aber letztlich ebenso uninspiriert wie der Rest des Films.

Die schauspielerischen Leistungen sind überzeugend, aber ohne Jennifer Lawrences Ruhm aus “Die Tribute von Panem” hätte es “House at the End of the Street” wohl kaum ins Kino geschafft.

  • Jörg:

    Die Kritik ist vollkommen berechtigt…hab den gesehen aber Gott sei Dank nicht im Kino….schwacher Film und Jennifer Lawrence wirkt da ein wenig fahl wenn man bedenkt was sie wirklich kann(WINTERS BONE).Nee,nix für mich….

  • PaGe:

    Am besten fand ich ja die Nachbarsfamilie, also die, die sie da beim Grillen kennengelernt haben…