Horror ist als Genre aus der Filmlandschaft nicht wegzudenken, Horrorfilme bieten aber selten Überraschungen. Der Zuschauer weiß fast immer, was als nächstes passiert. Und das Fernsehen setzt diese Tradition fort. In “The Walking Dead” erwacht Rick Grimes aus dem Koma, stolpert durch das verwüstete Krankenhaus und steht vor einer mit Ketten gesicherten Tür, auf der fett gesprüht steht: “Don’t open – Dead inside”. Bleiche, knochige Hände tasten durch den Spalt und versuchen, die Tür zu öffnen.

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Zum Glück versucht Rick es nicht, sondern verlässt das Krankenhaus, geht vorbei an den vielen Leichen, es ist kein Verkehrslärm zu hören, kein Mensch zu sehen, auf einem Rasen kriecht eine Gestalt auf dem Boden, halb aufgefressen und halb verwest. Er sieht sie sich an und es ist offensichtlich, dass kein Mensch so überleben könnte. Er geht weiter, setzt sich auf eine niedrige Mauer vor einem Haus und sieht eine andere Gestalt mitten auf der Straße schlurfen. Rick hebt die Hand, winkt ihr zu und man fragt sich “Hat der eigentlich noch nie einen Zombiefilm gesehen?”.

Eine ähnliche Frage stellt sich öfter beim Anschauen von Horrorfilmen mit den klassischen Opferrollen, Verhaltensmustern und Klischees. Es wird selten davon abgewichen und bietet Steilvorlagen, dass Genre immer wieder zu persiflieren. Mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg. Hier die fünf besten Horrorfilm-Persiflagen:

5. The Cabin in the Woods

Drew Goddard und Joss Whedon haben alle Zutaten zu einem Horrorfilm zusammen gemixt und dazu eine irrwitzige Erklärung geliefert, warum die genau so immer dabei sein müssen.

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Noch ist alles paletti

4. Frankenstein junior (1974)

Fronkensteen! Mel Brooks’ Parodie auf die alten Frankenstein-Filme treibt die Klischees auf die Spitze.

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Im Namen der Wissenschaft

3. Tanz der Vampire (1967)

Roman Polanskis Persiflage auf die Vampirfilme der Dreißiger Jahre ist wegen seiner absurden Komik und den schrulligen Charakteren ein zeitloser Klassiker.

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Spieglein, Spieglein an der Wand…

2. Shaun of the Dead (2004)

“Eine romantische Komödie. Mit Zombies.” ist der Untertitel zu Shaun of the Dead. Hier wird sich über das Verhalten der Überlebenden mokiert, die ähnlich ahnungslos wie Rick (s.o.) agieren.

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Immer mit der Masse gehen

1. Scream (1996)

“Scream” parodiert die Horrorfilme der Siebziger und Achtziger und formuliert die Überlebensregeln in einem Horrorfilm (Kein Sex, keine Drogen und niemals sagen “Ich bin gleich wieder da!”). Der Film war der Auslöser für eine Reihe von Teenie-Slashern, die wiederum in “Scary Movie” parodiert wurden.

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Kreisch!

Übrigens: In “The Walking Dead” werden die Untoten im Englischen “Walker” genannt, im Deutschen “Beißer”. Der Begriff “Matschbirnen” ist auch schon mal gefallen. Das Wort “Zombie” ist in den bisher gesendeten 21 Folgen nur ein einziges Mal gesagt worden und zwar erst in der zweiten Staffel.