Weiter geht’s mit den Filmen, die trotz oft hochkarätigen Personals der Öffentlichkeit vorenthalten werden sollten.

Leonardo DiCaprio in Don's Plum

 

Star Wars Holiday Special

Im amerikanischen Fernsehen lief 1978 ein fast zweistündiges “Star Wars Holiday Special”, dessen Skript von George Lucas geschrieben wurde, der bei der Produktion selbst aber nicht dabei war, weil er zu der Zeit an “Das Imperium schlägt zurück” arbeitete. Bis auf Alec Guinness waren sämtliche Hauptdarsteller aus “Krieg der Sterne” vertreten und im Ergebnis geriet das “Star Wars Holiday Special” so katastrophal, dass George Lucas am liebsten “alle Kopien auftreiben und mit dem Hammer zerstören würde”. Es wurde nie wieder gesendet und erschien auch nicht auf Video. In Anbetracht dessen, was alles Eingang ins “Star Wars”-Merchandising findet, kann das wohl als eindeutiger Beweis für die unterirdische Qualität des “Star Wars Holiday Special” gewertet werden.

Leia Star Wars Holiday Special

Ja, Leia singt auch

 

Don’s Plum

1995 bat der angehende Regisseur R. D. Robb ein paar Freunde um den Gefallen, in seinem Kurzfilm mitzumachen. Ein paar Handlungseckpunkte waren grob vorgegeben, alles andere wurde improvisiert.

So weit, so uninteressant. Bis Robb 1997 auf die Idee kam, aus dem Kurzfilm einen Spielfilm zu machen und mit Verleihern in Verhandlungen trat, um den Film in die Kinos zu bringen. Die Idee kam nicht von ungefähr, einer der Darsteller in “Don’s Plum” hieß Leonardo DiCaprio und war gerade karrieretechnisch mit “Titanic” auf ganz große Fahrt gegangen. Ein anderer hieß Tobey Maguire und wurde später von einer Spinne gebissen.

Beide gingen vor Gericht, um den Filmstart zu verhindern und während sich das Verfahren hinzog, wurde der Film mehr und mehr zu einer Art Hollywoodlegende. Was genau war in dem Film zu sehen, das der Öffentlichkeit vorenthalten werden sollte? Wilde Gerüchte rankten sich um den “forbidden film”, DiCaprio oute sich als bisexuell, hieß es, von Sexszenen zwischen DiCaprio und Maguire war die Rede, Begriffe wie “sexy” und “erotisch” fielen. Papst Paul der II. höchstpersönlich soll um eine Privatvorführung gebeten haben.

DiCaprio und Maguire erreichten, dass “Don’s Plum” in Nordamerika nicht aufgeführt werden durfte, ein weltweites Verbot konnten sie aber nicht durchsetzen. 2001 lief der Film auf der Berlinale, Lars von Triers Verleihfirma sicherte sich die Rechte und alle (außer US-Amerikaner und Kanadier) durften den Film endlich sehen.

Don's Plum

Blubber, blubber…

Leider gibt es nicht viel mehr zu sehen als ein paar Leute Anfang 20, die sich in einem Diner treffen, um postpubertär aufgeblasen über das Leben, Sex, Drogen und Beziehungen zu diskutieren. Niemand outet sich, niemand macht sich nackig. Der Film stellt genau das dar, was er ursprünglich gewesen ist – ein Übungsfilm.

 

The Day the Clown cried

Wie viele Komiker hatte Jerry Lewis den Ehrgeiz, als “ernsthafter” Schauspieler anerkannt zu werden. Als ihm das Drehbuch zu “The Day the Clown Cried” in die Hände fiel, bei dem es um einen deutschen Clown geht, der wegen einer Hitler-Parodie in ein Konzentrationslager gebracht wird, dort die Kinder unterhält und am Schluss gemeinsam mit ihnen vergast wird, war er sich sicher, genau das richtige Material für seinen Oscargewinn gefunden zu haben.

Die Dreharbeiten Anfang der Siebziger wurden von Streitereien und finanziellen Schwierigkeiten begleitet, Jerry Lewis steckte zum Ende der Dreharbeiten hin sein eigenes Geld in die Produktion, trotzdem wurde der Film, von einer Vorführung in sehr kleinem Rahmen abgesehen, nie gezeigt. Bei den wenigen Leuten, die den Film gesehen haben, waren die Meinungen geteilt, manche waren begeistert, andere hielten den Film für eine grobe Geschmacksverirrung, mit fehlplatziertem Klamauk und Pathos.

Jerry Lewis als Clown

Clown, traurig

Rund 25 Jahre später sollte “Das Leben ist schön” von Roberto Begnini einen Oscar gewinnen, dessen Plot offensichtliche Ähnlichkeit zu “The Day the Clown Cried” aufweist. Ob Begnini ein besseres Gespür für Humor, Drama und Timing bewies oder ob Jerry Lewis seiner Zeit einfach nur 25 Jahre voraus war – man weiß es nicht, denn die einzige Kopie von “The Day the Clown cried” ist sicher in einem Tresor verwahrt. Einzig das Drehbuch kursiert im Internet.

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