Filme zu machen kostet einen Haufen Zeit und Geld und in den meisten Fällen ist das Ziel, damit viel Geld zu verdienen. Was muss passieren, damit ein Studio auf eine Veröffentlichung verzichtet? 5 Filme, die zeigen, was alles schief gehen kann:

 Texas Chainsaw Massacre

 

5. Kiss – Von Phantomen gejagt

Kiss gehören ganz sicher zu den talentiertesten Bands, wenn es um Vermarktung geht und als sie Ende der Siebziger auf dem Höhepunkt ihres Erfolges feststellten, dass der Gewinn aus Platten und Tourneen kaum weiter zu maximieren war, entschlossen sie sich, das Tätigkeitsfeld zu erweitern. Die Idee war, Kiss als Superhelden zu etablieren und der Anfang war gemacht mit einem Marvel Comic, in dem die Bandmitglieder Superkräfte besaßen. Der nächste Schritt war die Entwicklung eines Films, in dem Kiss bösartige Roboter in einem Vergnügungspark bekämpfen. So albern sich der Plot anhört, genauso albern ist der Film geworden.

Der Film wurde nicht nur schnell und billig produziert, sondern es kamen weitere Probleme hinzu. So hatte z.B. keiner aus der Band Schauspielerfahrung (oder auch Talent) vorzuweisen. Die Arbeit mit Peter Criss und Ace Frehley war wegen deren Alkohol- und Drogenproblemen zu der Zeit sehr schwierig, Peter Criss war beim Filmdreh meistens so betrunken, dass seine Sätze kaum zu verstehen waren und von einem professionellen Sprecher nachsynchronisiert werden mussten.

Ace Frehley hatte dieses Problem nicht, denn bei einem Treffen zwischen Drehbuchautoren und Band in der Vorbereitungsphase, bei dem die Autoren ein Gefühl für Sprache und Verhalten der Bandmitglieder bekommen wollten, hatte Ace Frehley nichts weiter als eine Art Quäken von sich gegeben, ein Laut, der sich anhörte wie “Ack!” und konsequenterweise bestand sein kompletter Dialog aus eben diesem Laut. Das fand er dann aber nicht so lustig und beschwerte sich, bis er ein paar zusätzliche Zeilen bekam, was aber weder seinem Charakter noch dem Film irgendwie weitergeholfen hätte. Zudem ist er während des Drehs häufig ausgefallen und wurde durch einen Stuntman ersetzt, der ihm allerdings vom Körperbau her nicht ähnlich und zudem dunkelhäutig war. So kommt es, dass im Film die Hautfarbe immer wieder von dunkel nach hell und wieder zurück wechselt.

Kiss meets the phantom of the park

Kiss beim Sonnenbad

Von Kiss – denen sonst eigentlich so gut wie gar nichts peinlich ist – wurde dieser Film als oberpeinlich betrachtet und jahrelang durfte kein Mitarbeiter in ihrer Nähe den Film erwähnen, ohne den sofortigen Rausschmiss zu riskieren. Der Film, der ursprünglich für das US-Fernsehen produzierte wurde und mit Siebziger Jahre Disco-/Zirkusmusik und Zeichentrick-Soundeffekten ausgestattet war, lief zwar neu geschnitten und mit zusätzlichen Szenen sowie Kiss-Soundtrack versehen in Kinos außerhalb der USA, aber ansonsten sollte der Film so weit wie möglich von der Bildfläche verschwinden, eine kurzzeitig veröffentlichte VHS-Version wurde schnell wieder vom Markt genommen.

Gerade weil der Film kaum aufzutreiben war, erlangte er unter Kiss-Fans im Laufe der Jahre Kultstatus, erst 2007 wurde die europäische Version  im Box Set “Kissology Volume Two: 1978-1991″ veröffentlicht. Die US-Fernsehproduktion hat eine Verleihfirma 2005 auf DVD herausgegeben, aber aufgrund rechtlicher Probleme kurz darauf wieder zurückgezogen, daher ist die Originalversion nicht oder allenfalls als Bootleg erhältlich.

4. Texas Chainsaw Massacre –  Die Rückkehr

Die Handlung ist eine verdrehte Geschichte über Vilmer und seine psychopathische Familie, zu der auch Leatherface gehört, die als Zeitvertreib Menschen töten und essen. Unglücklicherweise haben Jenny und ihre Freunde nachts mitten im Wald einen Autounfall und laufen Vilmer und seinem Clan in die Arme.

Mehr gibt es zu dem Film im Prinzip nicht zu sagen, wäre der Film nicht nach aktuellen Hollywood-Maßstäben topbesetzt: Vilmer wird gespielt von Matthew McConaughey und Jenny von Renée Zellweger. Nur Monate später würde “Die Jury” mit McConaughey und Sandra Bullock anlaufen, Zellweger hatte eine Rolle in “Jerry Maguire” mit Tom Cruise ergattert. Ein Glücksfall, sollte man meinen, was kann einem Filmemacher schon Besseres passieren, als für kleines Geld zwei unbekannte Schauspieler als Hauptdarsteller eingekauft zu haben, die kurze Zeit später nur noch für Millionengagen zu haben sind?

Texas Chainsaw Massacre -  Die Rückkehr

Wie jetz? Is nich wahr!

Gar nichts, und so hatten die Leute von “Texas Chainsaw Massacre – Die Rückkehr” auch nichts dagegen einzuwenden, als Columbia Pictures darum bat, mit dem Release so lange zu warten, bis “Jerry Maguire” angelaufen war. Columbia hatte schon vorher “Texas Chainsaw Massacre – Die Rückkehr” als Verleih unter Vertrag genommen, in dem ein Marketingbudget von 500.000,-$ zugesichert wurde. Die Produzenten waren hocherfreut, mit ordentlich Geld für Werbung und zwei aufsteigenden Hollywoodstars im Rücken waren die Erfolgsaussichten von “Texas Chainsaw Massacre – Die Rückkehr” inzwischen weit besser, als man ursprünglich hätte erwarten können.

Wenn dann da nicht die Agentur von Matthew McConaughey, CCA, dazwischengefunkt hätte. Die Agenten hatten keine Lust, ihren Star, der inzwischen auch für Steven Spielbergs “Amistad” verpflichtet worden war, in einem billigen Horror Sequel in den Kinos zu sehen und übten Druck auf Columbia aus, den Film nicht zu veröffentlichen. Was folgte, war ein Lehrstück über die Macht, die Schauspielagenten in Hollywood haben und endete mit einem limited release in gerade mal 20 US-Städten und einer Klage der Produzenten von “Texas Chainsaw Massacre – Die Rückkehr” gegen CCA.

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